BERLIN/WIESBADEN – Die deutsche Industrie befindet sich im Herbst 2026 weiterhin in einer Phase zwischen konjunktureller Erholung und strukturellem Wandel.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg der preisbereinigte Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im Juli 2026 gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 1,5 Prozent. Gegenüber Juli 2025 lag der Auftragsbestand kalenderbereinigt 10,9 Prozent höher.
Gleichzeitig entwickelte sich die tatsächliche Produktion schwächer. Die Produktion im produzierenden Gewerbe ging im Juli gegenüber Juni um 1,1 Prozent zurück.
Die Deutsche Bundesbank erwartet für das dritte Quartal 2026 eine vorübergehend schwächere wirtschaftliche Dynamik. Als einen Belastungsfaktor nennt sie unter anderem die niedrigen Wasserstände am Rhein. Sie erschweren den Transport von Rohstoffen und Industrieprodukten und erhöhen teilweise die Logistikkosten.
Auch die Energiepreise bleiben für energieintensive Branchen ein wichtiger Faktor. Besonders Chemie, Metallindustrie und andere Unternehmen mit hohem Energiebedarf reagieren empfindlich auf Preissteigerungen.
Gleichzeitig gibt es positive Signale bei den Auftragseingängen. Die industrielle Nachfrage weist nach Einschätzung der Bundesbank weiterhin eine grundsätzlich aufwärtsgerichtete Tendenz auf, auch wenn ein erheblicher Teil der jüngsten Entwicklung auf Großaufträge zurückzuführen ist.
Für Deutschlands exportorientierte Wirtschaft bleibt deshalb entscheidend, ob sich die Nachfrage stabilisiert und die Belastungen durch Energie- und Transportkosten in den kommenden Monaten abschwächen.