BERLIN – Deutschland beteiligt sich an einem europäischen Vorhaben, das die Softwarebasis für die nächste Generation von Quantencomputern stärken soll.

Im Projekt Q-VERSE wird ein europäischer Quantum Software Stack entwickelt. Er soll Komponenten und Werkzeuge bereitstellen, mit denen Anwendungen für unterschiedliche Quantencomputer entwickelt und ausgeführt werden können.

Eine Grundlage des Projekts bildet Eclipse Qrisp, ein von Fraunhofer FOKUS initiiertes Open-Source-Framework für Quantenprogrammierung. Der Ansatz zielt darauf ab, Software nicht ausschließlich an eine bestimmte Quantencomputer-Architektur zu binden.

Fraunhofer beschreibt die langfristige Vision als eine Art „Linux für Quantencomputer“. Gemeint ist damit eine offene und interoperable Softwareebene, die unterschiedliche Hardwareplattformen miteinander verbinden und Entwicklern einen einheitlicheren Zugang ermöglichen soll.

Die Auftaktveranstaltung des Q-VERSE-Projekts fand am 14. und 15. September 2026 statt.

Quantencomputing gilt als eines der strategisch wichtigen Technologiefelder Europas. Mögliche zukünftige Anwendungen reichen von Materialforschung und Logistikoptimierung bis zu Simulationen komplexer physikalischer und chemischer Prozesse.

Für Deutschland und Europa steht dabei neben wissenschaftlicher Leistungsfähigkeit zunehmend auch technologische Souveränität im Mittelpunkt. Eine eigene offene Softwareinfrastruktur könnte dazu beitragen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen weniger abhängig von einzelnen Hardwareanbietern zu machen.

Bis Quantencomputer breit kommerziell einsetzbar sind, bleiben allerdings erhebliche technische Herausforderungen bestehen. Projekte wie Q-VERSE konzentrieren sich deshalb auf die Entwicklung der notwendigen Grundlagen für künftige Anwendungen.